23.07.2010
In diesen Tagen wurde es wieder besonders deutlich: Unserem Gesundheitssystem wird vor allem dann große Aufmerksamkeit zuteil, wenn die Bürger mit steigenden Beitragsätzen zur Kasse gebeten werden. Dagegen wurde schon in den zurückliegenden Jahren gerne übersehen, dass das Gesundheitssystem nicht nur von steigenden Kosten geprägt wird, sondern vor allem auch von vielen grundlegenden Verbesserungen im Interesse der Patienten.
Beispielsweise sind an vielen deutschen Krankenhäusern sogenannte „Zentren“ entstanden. Statt eine Klinik strikt in Fachabteilungen wie Chirurgie, Innere Medizin usw. zu trennen, sind diese Zentren auf konkrete Krankheitsbilder oder Organe ausgerichtet. Statt die Patienten von Abteilung zu Abteilung zu schicken, kommen in einem Medizinischen Zentrum alle Fachärzte zusammen, deren Wissen für ein bestimmtes Krankheitsgebiet benötigt wird.
Das Klinikum Stadt Soest hat einige Beispiele dieser neuartigen Organisationsform aufzuweisen. So wurde im Oktober letzten Jahres das „Zentrum für Altersmedizin“ eröffnet. Bei älteren Menschen sind es häufig mehrere Erkrankungen oder auch Verletzungen, die beachtet werden müssen, das macht das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichen Fachärzte unentbehrlich. Ein weiteres Beispiel ist das „Senora Brustzentrum“. Hier arbeiten Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Onkologen und Plastische Chirurgen zusammen, und das überregional: Das Senora Brustzentrum ist ein Kooperationsprojekt von Krankenhäusern aus Lippstadt, Menden und Soest.
Das „Kardiovaskuläre Zentrum“ wird ab Oktober dieses Jahres am Klinikum Stadt Soest einen weiteren wichtigen Schritt auf diesem Weg bedeuten. Mit der neuen „Klinik für Gefäßchirurgie“ am Klinikum sowie der Kardiologie unter Leitung von Prof. Dr. Achim Meißner wird hier sämtliches fachärztliches Wissen gebündelt, das zur Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Herzens und der Blutge- fäße erforderlich ist. Die Klinik für Gefäßchirurgie wird von Dr. Kristian Nitschmann geleitet, der zuvor Chefarzt am Marienkrankenhaus war.
Das Besondere am kardiovaskulären Zentrum des Klinikum Stadt Soest: Hieran sind auch die niedergelassenen Gefäßchirurgen aus Soest und Hagen beteiligt, die ihre Praxen im neuen Facharztzentrum des Klinikums eröffnen werden. Ein Zentrum wie dieses bedeutet für den Patienten viele Vorteile, denn seine Behandlung wird sowohl durch das Zusammenspiel unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen wie auch durch das optimale Zusammenwirken von niedergelassen Ärzten mit ihren Kollegen am Krankenhaus gefördert.
Auch der Deutsche Ärztetag, der am 11. Mai 2010 in Dresden stattfand, hat sich mit solchen Kooperati- onen befasst. In einem Positionspapier des „Ärzteparlaments“ wird gefordert: „Die Rahmenbedingungen müssen so umgestaltet werden, dass anstelle eines kontraproduktiven Wettbewerbs zwischen niederge- lassenen Fachärzten und Krankenhausfachärzten eine konstruktive Zusammenarbeit und Synergieeffekte im Interesse der Patientenversorgung ermöglicht werden.“
Mit dem kardiovaskulären Zentrum am Klinikum Stadt Soest werden den Patienten die Vorteile von „Zusammenarbeit und Synergieeffekten“ zugänglich gemacht. Manches in unserem Gesundheitssystem wird eben nicht nur immer teurer, sondern auch besser.
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